6 Tipps mit denen Du nie wieder Lebensmittel wegwirfst

Stell dir vor, du würdest keine Lebensmittel mehr wegwerfen. Ein großes Vorhaben, mit dem du jedes Jahr 82 Kilo Essen vor der Tonne rettest – und obendrauf 235 Euro sparst. Die gute Nachricht: Das kann klappen. Hier verraten wir dir 6 Tipps, mit denen du garantiert weniger Lebensmittel entsorgst.

1. Verschaffe dir einen Überblick über deinen Vorratsraum

Weißt du, was sich in deinen Küchenschränken versteckt – vor allem in den hintersten Ecken? Mit einer Bestandsaufnahme findest du es endlich heraus: Hole alle Lebensmittel hervor und notiere dir, was deine Vorratskammer hergibt. Schreibe gerne zusätzlich das MHD auf.

Eine solche Liste bietet dir zwei Vorteile. Zum einen isst du längst vergessene Schätze auf, ehe sie doch in die Tonne wandern. Zum anderen vermeidest du unnötige Neukäufe. Hänge dir die Liste in die Innenseite eines Schrankes und nutze sie aktiv bei der Speiseplan-Gestaltung.

Als nächstes könntest du die leeren Regale auswischen und alle geöffneten Packungen in luftdichte Gläser umfüllen – so vermeidest du, dass sich Schädlinge wie Motten ausbreiten und die Aromen deiner Lebensmittel schwinden.

Sortiere die Gläser gerne in Kategorien und räume das Vorratsregal wieder ein. Mögliche Kategorien wären zum Beispiel „Frühstück“, „Snacks und Süßes“ oder „Backzubehör“. Wenn du dein Regal nur zu 80 Prozent statt 100 Prozent füllst, bewahrst du viel leichter den Überblick – und vermeidest, dass sich irgendein Lebensmittel über längere Zeit vor dir versteckt.

Tipp: Stelle einen Korb in dein Vorratsregal oder deine Vorratskammer, in dem du alle Lebensmittel lagerst, die zeitnah gegessen werden müssen. 

2. Organisiere deinen Einkauf – der vielleicht wichtigste Tipp gegen Lebensmittelverschwendung

Was du nicht zuhause hast, kannst du nicht wegwerfen – kaufe deswegen nur das, was du wirklich benötigst: Klingt banal, ist aber einer der wichtigsten Tipps für alle, die weniger Lebensmittel entsorgen möchten.

Erstelle dir einen Essenplan für die Woche und kaufe ausschließlich, was du für die Rezepte brauchst. Gerne grammgenau – zum Beispiel, indem du das Obst und Gemüse selber abwiegst.

Manche Menschen schaudern bei dem Gedanken, alles bis ins letzte Detail zu planen. Wer lieber erst morgens entscheidet, was am Abend auf den Tisch kommt, kann trotzdem etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun:

Hab einen übersichtlichen Vorrat an haltbaren Nahrungsmitteln da (Reis, Nudeln, Hülsenfrüchte usw.) und kaufe Verderbliches (Obst, Gemüse, tierische Produkte) mehrmals die Woche frisch – zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit oder in der Mittagspause.

Tipp: Sprich dich mit deiner Familie bei dem Einkauf ab – so vermeidet ihr doppelte Käufe. Dabei helfen auch Apps, die den Einkaufszettel zwischen euren Handys synchronisieren: Hat der eine schon Äpfel mitgebracht, verschwindet der Eintrag von der Liste. 

3. Lagere deine Lebensmittel endlich richtig


Kühlschrank auf und einfach alles rein damit – kann man machen. Aber wenn du deine Lebensmittel geschickt einräumst, erhöhst du garantiert ihre Haltbarkeit.

Hier gibt es zwei Regeln zu beachten.

  • Erstens: Manche Dinge gehören in den Kühlschrank, andere eher nicht.
  • Zweitens: Jedes Kühlschrankfach hat eine eigene Temperatur, die bei dem richtigem Einräumen eine Rolle spielt. 

Betrachten wir zunächst, welche Lebensmittel sich im Kühlschrank wohlfühlen – und welche lieber draußen bleiben.

Bei gekochten Speisen, tierischen Produkten und geöffneten Gläsern ist die Antwort leicht: Ab in den Kühlschrank damit. Schwieriger wird es bei Obst und Gemüse. Was davon sollte gekühlt werden und was nicht?

Faustregel: Die Klimazone der jeweiligen Obst- und Gemüsesorte verrät dir, wie warm oder kalt es sein darf. Heißt: Tendenziell gehört heimisches Obst und Gemüse eher in den Kühlschrank und Sorten aus dem Süden ins Regal.

Aber eben nur tendenziell. Tomaten, Auberginen, Kürbis, Zucchini und Steinobst ist es beispielsweise zu kalt im Kühlschrank – obwohl du sie aus regionalem Anbau kaufen kannst. Wie du beliebte Obst- und Gemüsesorten perfekt lagerst, verraten wir dir hier: 

  • Äpfel: Nicht mit anderem Obst und Gemüse lagern – Äpfel strömen Ethylen aus: Ein Stoff, der andere Sorten schneller nachreifen lässt. Prinzipiell dürfen Äpfel in den Kühlschrank. Noch besser gefällt es ihnen aber im Keller.
  • Bananen: Bananen mögen es trocken. Lagere sie am besten bei Zimmertemperatur. Klebst du das Staunende luftdicht ab, bleiben sie länger haltbar.
  • Pilze: Pilze gehören in den Kühlschrank. Hole sie zuvor aber aus der Plastikschale heraus – ansonsten bildet sich Schwitzwasser, wodurch der Schimmel schneller kommt.
  • Blattsalate: Ab ins Gemüsefach damit! Entferne zuvor welke Blätter und wickele den Salat gerne in ein feuchtes Küchentuch.
  • Zucchini: Suche für Zucchini einen schattigen Platz außerhalb des Kühlschrankes.
  • Tomaten: Ähnlich wie Äpfel verströmen Tomaten Ethylen. Halte sie deswegen von anderen Obst- und Gemüsesorten fern und lagere sie im Küchenregal.
  • Beeren: Lege Beeren auf einen Teller und stelle diesen anschließend in den Kühlschrank. Durch den geringen Kontakt der Beeren zueinander verhinderst du eine schnelle Ausbreitung von ersten Schimmelsporen.
  • Möhren: Wenn du Bundmöhren kaufst, solltest du das Grün entfernen – nicht nur, weil es erdige Spuren im Kühlschrank hinterlässt. Sondern auch, weil das Grünzeug den Karotten Feuchtigkeit entzieht. Wickele Möhren anschließend in ein feuchtes Küchentuch und lege sie in den Kühlschrank. Tipp: Verwerte das Grünzeug im Smoothie, anstatt es zu entsorgen.
  • Kartoffeln: Schütze Kartoffeln vor Licht und Feuchtigkeit. Das klappt zum Beispiel, indem du dir einen Kartoffeltopf zulegst, einen Leinensack oder eine Holzkiste. Generell bevorzugen Kartoffeln Speisekammern, Keller oder Gartenschuppen. Zur Not tut es aber auch die Küche – vorausgesetzt, du gönnst ihnen ein dunkles Plätzchen.
  • Zwiebeln: Sonnenlicht bringt Zwiebeln zum Keimen. Bewahre sie deswegen an einem trockenen und dunklen Ort auf – Zwiebeln freuen sich ebenfalls über einen Tonbehälter mit guter Luftzirkulation.

Karotten, Äpfel und Co richtig aufzubewahren spielt übrigens eine größere Rolle als du vielleicht denkst – denn bei 34 Prozent aller weggeworfenen Lebensmittel handelt es sich um Obst und Gemüse.

Kommen wir nun zur richtigen Lagerung weiterer Lebensmittel. Anders gesagt: Wie sieht es mit unserer zweiten Regel aus – was gehört in welches Fach in deinem Kühlschrank? Das erfährst du in der folgenden Tabelle:

 

FachTemperatur des FachsLebensmittel
Oberes Fach 8 bis 10 Grad
  • Käse
  • Butter
  • Marmelade
  • Lebebsmittelreste
Mittleres Fach ca. 5 Grad
  • Milchprodukte
  • Wurstwaren
Unteres Fach (über dem Gemüsefach) 2 bis 3 Grad
  • leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch und Fisch
Gemüsefach 9 Grad
  • Obst
  • Gemüse

Achtung:Nicht alle Obst- und Gemüsesorten fühlen sich im Kühlschrank wohl!

Kühlschranktür 8 bis 10 Grad
  • fertige Saucen
  • Getränke
  • Eier

Tipp 1: Markiere Lebensmittel, die schnell wegmüssen. Zum Beispiel, indem du rote Punkte auf die Packung klebst oder entsprechende Produkte in die vorderste Reihe stellst.

Tipp 2: Fülle geöffnete Verpackungen in luftdichte Boxen um und wische den Kühlschrank wirklich regelmäßig aus. So vermeidest du, dass sich Bakterien verbreiten, die deine Lebensmittel schneller verderben lassen.

Tipp 3: Behalte in der Nähe des Kühlschranks einen Edding bereit und schreibe auf alle Produkte, wann du sie geöffnet hast.

4. Mache Verderbliches mittel- und langfristig haltbar

Was übrig bleibt, muss noch lange nicht in die Mülltonne wandern. Du kannst fast alle Lebensmittel einfrieren. Ausnahmen bilden hier lediglich zwei Gruppen:

    • Obst- und Gemüsesorten mit hohem Wasseranteil – Gurken und Melonen würden beim Auftauen matschig werden.
    • Milchprodukte: Milchprodukte flocken aus und verändern ihre Konsistenz. Sollte dich das nicht stören, kannst du sie trotzdem einfrieren.
    • Gekochtes, Brot, Hefe, Butter, Käse, Saucen, Zitronensaft, Kräuter, Beeren, wasserarme Obstsorten und Gemüse lassen sich hingegen hervorragend einfrieren. Wasche und blanchiere frisches Gemüse kurz. Wähle am besten luftdichte Gefäße, friere portionsweise ein und beschrifte den Behälter mit Inhalt und Datum.

Die Kühltruhe versetzt Bakterien und andere Mikroorganismen in Winterschlaf – tötet sie aber nicht ab. Deswegen bleiben deine Lebensmittel in der Truhe nicht unendlich haltbar. Schaue regelmäßig hinein und freue dich an stressigen Tagen über vorbereitete Eintöpfe und Gemüsereste.

So lange kannst du deine Lebensmittel problemlos einfrieren:

LebensmittelHaltbarkeit in der Truhe
Gemüse 3 bis 12 Monate
Obst 9 bis 12 Monate
Milchprodukte 2 bis 6 Monate
Kräuter 3 bis 4 Monate
Backwaren 1 bis 3 Monate
Selbstgekochtes 1 bis 3 Monate
Fleisch oder Fisch 3 bis 12 Monate
Wurst 1 bis 6 Monate

Willst du hingegen, dass die Lebensmittel so richtig lange halten – dann solltest du sie einkochen. Das Prinzip ist ganz einfach: Du füllst zum Beispiel Tomatensauce in ein sauberes Glas, schraubst dieses gut und erhitzt es im Wasserbad. Dabei entwickelt sich zunächst ein Überdruck, der sich anschließend in ein Vakuum verwandelt. Heißt: Du verschließt das Glas luftdicht und schützt den Inhalt vor Keimen.

Wichtig: Ganz egal, was du einkochen willst – suche dir ein passendes Rezept und halte dich an die Anleitung.

5. Finger weg vom MHD: Wie du wirklich herausfindest, ob ein Lebensmittel noch gut ist

Die allermeisten Lebensmittel lassen sich jenseits des MHDs hervorragend genießen. Vergiss nicht, das MHD ist nur eines: Eine Richtlinie – und nicht etwa ein Wegwerfdatum, welches vom Zeitpunkt deines Einkaufes unweigerlich näherrückt.

Über viele Jahrtausende hinweg haben Menschen ohne MHD überlebt. Wie sie das gemacht haben? Mit ihren Sinnen – diese verraten dir, ob ein Lebensmittel verdorben ist oder nicht. Wer weniger Lebensmittel wegwerfen möchte, sollte alle MHDs der Welt vergessen. Es sei denn, wir sprechen hier von schnell Verderblichem wie Hackfleisch oder Geflügel.

Bei allem anderen gilt: Gucke dir das Produkt und seine Verpackung genau an. Rieche am Joghurt. Schau dir mit einem Löffel seine Konsistenz an. Untersuche den Aludeckel nach Schimmelspuren und prüfe, ob der Becher aufgebläht ist. Alles unauffällig? Dann koste eine Messerspitze.

Veränderungen von Verpackung, Geruch, Konsistenz und Geschmack deuten darauf hin, dass dein Lebensmittel wirklich abgelaufen ist. Gerade Getreide, Konserven, Gewürze, Nudeln, Reis, Hirse, Mehl, Hülsenfrüchte und ähnliche Produkte halten in der Regel sehr viel länger als das MHD verspricht.

Wichtig: Entdeckst du Schimmel, dann hilft nur eines – ab in die Mülltonne damit.

6. Teile übrig gebliebenes Essen

Manchmal nutzt es alles nichts. Du hast dich verschätzt oder einfach zu viel gekauft. Ein spontaner Urlaub steht an und im Kühlschrank türmen sich Lebensmittel für die nächste Woche. Zwei deiner Gäste sagen ab, als du gerade mit den Einkäufen zur Tür hineinkommst.

Wenn du zu viel Essen übrig hast – dann verschenke es doch. An Nachbarn und Freunde, bringe Reste zur Tafel oder zum Foodsharing. Aber: Beachte die Regeln deiner Tafel oder deines Fairteilers. Manche verbieten zum Beispiel Fleisch- und Wurstwaren oder nehmen keine angebrochenen Packungen an.

Fazit: So schwer ist es gar nicht, weniger Lebensmittel wegzuwerfen

Du siehst: Es ist ziemlich einfach, weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Du brauchst nur eine Sache – etwas Organisation. Der Rest läuft wie von alleine.

Mit welchen Tipps bewahrst du Lebensmittel vor der Tonne? Verrate uns deine Anregungen gerne in den Kommentaren!

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